Was heisst "Direkter Klimaeffekt" nochmals? Was sind Ionen? Und worin unterscheiden sich primäre von sekundären Aerosolen? Nachfolgend eine Zusammenstellung mit den wichtigsten Fachbegriffen in der Aerosolforschung und deren Definition.

 
 
5 August, 2003

Aerosol

Feste oder flüssige Partikel und die sie umgebende Luft. Fachdefinition: "Dispersion von flüssigen oder festen Teilchen (= Partikel) in einem Gas, üblicherweise in Luft. Siehe "Was sind Aerosole". Sekundäre Aerosole entstehen im Gegensatz zu den primären erst durch chemische Vorgänge in unserer Atmosphäre.
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Absorptionskoeffizient

Kenngrösse dafür, wie gut Aerosolpartikel zugestrahltes Licht in sich aufnehmen können.
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Lichtabsorption

 

Aethalometer

Gerät zum Messen des Absorptionskoeffizienten. Siehe "Wie misst man Aerosole/Geräte".
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Aktiviertes Aerosol

Aktivierte Partikel sind jene Aerosolteilchen, die als Keime bei der Wolkenbildung gedient haben und an dem das Wolkentröpfchen gewachsen ist. Siehe "Warum Aerosolforschung/Indirekter Aerosoleffekt".
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Alveolen

Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet: Das Blut nimmt durch die extrem dünnwandigen, mit einem weitverzweigten Kapillarnetz überzogenen Lungenbläschen (Luft-) Sauerstoff auf und gibt Kohlendioxid und Wasser ab.
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anthropogen

Vom Menschen verursacht.
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Atmosphäre

Gasförmige Hülle eines Planeten, in engeren Sinne die Lufthülle der Erde, deren Dichte mit steigender Höhe kontinuierlich abnimmt.

Atmosphaere

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biogen


Durch Tätigkeit von Lebewesen, ohne Beeinflussung durch den Menschen, entstanden.

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Biosphäre

Der von Lebewesen bewohnte Raum der Erde (Erdkruste, Wasser, Atmosphäre)
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Chemische Analyse

 

 


Bezeichnung für sämtliche Methoden, mit denen Stoffgemische getrennt und die Zusammensetzung und der Aufbau der chemischen Verbindungen bestimmt werden können.
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CNC
(Condensation Nucleus Counter)

Gerät zur Messung der Anzahlkonzentration, dass heisst die Anzahl der Aerosolpartikel in einem Kubikzentimeter Luft. Siehe auch "Wie misst man Aerosole/Geräte".
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Diffusion
 


lat. Ergiessung. Zufällige Bewegung des Aerosolpartikels durch die Luftmoleküle verursacht.
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Direkter Aerosoleffekt  

Fähigkeit der Aerosole, das Sonnenlicht in den Weltall zurückzuschicken oder zu "schlucken" respektive zu absorbieren. Der direkte Aerosoleffekt führt dazu, dass weniger Sonnenstrahlen auf die Erdoberfläche auftreffen. Siehe auch "Warum Aerosolforschung".
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Epidemiologie
 


Bevölkerungslehre. Epidemiologische Studien sind solche, die in der breiten Bevölkerung durchgeführt wurden.
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Fotochemie

 

 


Ein Teilgebiet der physikalischen Chemie, das sich mit den Wirkungen des Lichts der verschiedensten Wellenlängen auf chemische Reaktionen befasst.
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FSSP (Forward
Scattering Spectometer Probe)

Gerät zur Messung der Grössenverteilung der Wolkentropfen. Siehe auch "Wie misst man Aerosole/Geräte".
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GAW

 


Global Atmosphere Watch. Internationales Atmosphärenprogramm der Weltmeteorologischen Organisation (www.wmo.ch).
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HTDMA


Gerät, dass misst, um welchen Faktor "getrocknete" Aerosolpartikel durch Wasseranlagerung wachsen, wenn sie einer bestimmten höheren Luftfeuchtigkeit ausgesetzt werden. Siehe auch "
Wie misst man Aerosole/Geräte".
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Indirekter Aerosoleffekt


Fähigkeit der Aerosole, zur Wolkenbildung beizutragen und damit die Dichte von Wolken sowie deren Lebensdauer zu beeinflussen. Fachdefinition: Die durch den Menschen verursachte Änderung der Anzahl und Zusammensetzung von Aerosolen, die als Nukleationskeime von Wolken (CCN - Cloud Condensation Nuclei) fungieren. Diese beeinflussen die optische Dichte, die Albedo und die Lebensdauer von Wolken. Der indirekte Aerosoleffekt wirkt abkühlend auf die Erdoberfläche.
Siehe auch "Warum Aerosolforschung/indirekter Aerosoleffekt".
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Inlet

Lufteinlasssystem; führt Aussenluft kontrolliert den Messinstrumenten im Laborinnern zu. Siehe auch "Wie misst man Aerosole/Geräte".
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Ionen

Elektrisch geladene Atome oder Moleküle, durch Aufnahme oder Abgabe von Elektronen negativ (Anionen) beziehungsweise positiv (Kationen) geladen; dadurch werden die ionisierten Stoffe leitend.
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Ionen-
chromatografie

Chromatografie ist ein Verfahren, um Stoffgemische durch unterschiedlich starke Absorption an Feststoffen oder Flüssigkeiten zu trennen. Bei der Ionenchromatografie geht es um die Bestimmung der Ionen in einer Probe.
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IPCC  

Intergovernmental Panel on Climat Change IPCC/Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderung wurde 1988 gemeinsam von der Welt-Meteorologie-Organisation WMO und dem Umweltprogramm der Vereinigten Nationen UNEP gegründet. Sein Aufgabengebiet beinhaltet die Bewertung der verfügbaren wissenschaftlichen Informationen zur Klimaänderung sowie der Möglichkeiten zur Vermeidung der Klimaänderung und zur Anpassung daran. Ausserdem erteilt der IPCC auf Anfrage Ratschläge an bestimmte Parteien.
Das IPCC hat unter anderem drei Wissenstandberichte über die Klimaänderung veröffentlicht. Der neuste, "Klimaänderung 2001. Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger", ist auf Deutsch bei ProClim (proclim@sanw.unibe.ch), Bern, für 25 Franken oder beim IPCC-Sekretariat, Avenue de la Paix, 1211 Genève, erhältlich.
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Jungfraujoch


Europas höchstgelegene Bahnstation mit Aussichtsplattform und touristischem Angebot sowie Forschungsstation auf 3580 Meter über Meer. Die Region Jungfraujoch liegt im Berner Oberland. Siehe auch "Wie misst man Aerosole/GAW" oder www.jungfraubahn.ch.

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Klima
 


Begriff für die Gesamtheit der atmosphärischen Zustände und Erscheinungen, die an einem bestimmten Ort oder in einer bestimmten Gegend während längerer Zeiträume beobachtet worden sind. Charakterisiert wird das Klima durch Mittelwerte, Extremwerte, Streuungen oder Häufungen der meteorologischen Extreme.

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Klimamodelle

 

 

Klimamodelle sind eine numerische Darstellung des Klimasystems, die auf den physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften seiner Bestandteile, seinen Wechselwirkungen und Rückkopplungsprozessen basiert und alle oder einige seiner bekannten Eigenschaften berechnet. Gekoppelte allgemeine Atmosphären-Ozean-Meereseis-Zirkulationsmodelle bieten eine umfassende Darstellung des Klimasystems.

 


Lichtstreuung
 


Richtungsänderung von Lichtstrahlen, verursacht durch "Hindernisse" in deren Bahn.
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Lichtstreuung

 

 

Molekül
 


Baustein eines chemischen Elements oder einer chemischen Verbindung, bestehend aus gleichen oder ungleichen Atomen. Das Wassermolekül (H2O) besteht beispielsweise aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom.
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Nephelometer

 

 


Gerät zur Messung der Lichtstreuung. Siehe auch "
Wie misst man Aerosole/Geräte".
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Planetare Grenzschicht


Die Planetare Grenzschicht beinhaltet die Luft, welche an die Erdoberfläche angrenzt und von bodennahen Emissionen beeinflusst wird. Diese Schicht ist im Winter und in der Nacht typischerweise wenige hundert, im Sommer am Nachmittag über flachem Gelände 1000 bis 2000 Meter hoch. Im alpinen Raum werden Schadstoffe im Sommer oft bis über 4000 Meter über Meer transportiert.

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PM10-Grenzwert  

Grenzwert der Schweizer Luftreinhalteverordnung der besagt, dass es von Aerosolen kleiner als zehn Mikrometer nicht mehr als 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresdurchschnitt und deren 50 im Tagesdurchschnitt haben darf.
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PVM-100 (Particulate Volume Monitor  

Gerät das misst, aus wieviel Wasser in flüssiger Form eine Wolke besteht. Siehe auch "Wie misst man Aerosole/Geräte".
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Strahlungsantrieb
 


Mass für die vom Menschen zusätzlich verursachte Strahlungsenergie, die in der Erdatmosphäre deponiert wird.
Die Fachdefinition lautet: Der Strahlungsantrieb ist die Veränderung in der vertikalen Nettoeinstrahlung (ausgedrückt in Watt pro Quadratmeter) an der Tropopause auf Grund einer internen Veränderung oder einer Veränderung im externen Antrieb des Klimasystems, wie z.B. eine Veränderung in der Konzentration von CO2 oder der Sonnenstrahlung.
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Troposphäre
 


Unterste Luftschicht der Erdatmosphäre bis 10 Kilometer Höhe. Die Troposphäre ist die eigentlich wetterwirksame Schicht mit Wolken- und Niederschlagsbildung.

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Wetter  

Augenblicklicher Zustand der Atmosphäre einschliesslich aller sicht-, hör- und fühlbaren Erscheinungen der Troposphäre wie Sonnenschein, Dunst, Nebel, Wolken, Niederschläge, Gewitter usw.
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WMO  

World Meteorological Organization; Welt-Meteorologie-Organisation. Die WMO ist eine Organisation der Vereinigten Nationen. Sie koordiniert von Genf aus globale wissenschaftliche Aktivitäten auf den Gebieten Wettervorhersage, Luftverschmutzung, Klimaveränderung, Ozonschichtveränderung, Tropensturm-Warnung usw.
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Wolkentröpfchen  

Kern mit angelagertem Wasser, der zusammen mit den Eiskristallen die Bestandteile einer Wolke bildet.
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