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18 November, 2003
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Das Aethalometer ...

... misst, wie gut Russpartikel die Energie
des Lichtes schlucken können.
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Aethalometer
Messgrösse: Lichtabsorptions-Koeffizient
bei sieben Wellenlängen; Mass dafür, wie gut Aerosolpartikel
das Licht für eine bestimmt Lichtwellenlänge absorbieren,
das heisst, wie gut sie dieses in sich aufnehmen können.
Messprinzip: Aussenluft (s. Luft-Einlasssystem)
wird im Labor durch einen Filter gesaugt. Die in der Luft vorhandenen
Aerosolpartikel bleiben im Filter "hängen" und verfärben
ihn. Russteilchen beispielsweise schwärzen den Filter, Mineralstaub
führt zu einer rötlichen oder gelblichen Färbung.
Das Licht, mit dem der Filter durchleuchtet
wird, "misst" nun diese Färbung, indem es beim Durchleuchten
mehr oder weniger stark abgeschwächt wird. Es werden alle zehn
Minuten jeweils sieben Messungen im ganzen Lichtspektrum durchgeführt,
vom "nahen Infrarotbereich" bis ins Ultraviolett. Die
Filter von rund einem Zentimeter Durchmesser werden nach wenigen
Tagen automatisch ausgewechselt.
Bedeutung:
Ein hoher Absorptions-Koeffizient bedeutet, dass viel Licht absorbiert
wird respektive dass viel Lichtenergie im Aerosol deponiert wird.
Das Aerosolpartikel wirkt wärmend, was klimarelevant ist.
Weil Russpartikel besonders gut Licht absorbieren können, lässt
sich aus dem Absorptions-Koeffizienten auch die Russpartikel-Konzentration
berechnen. Je nach Menge der schädlichen Russteilchen besteht
eine Gefahr für unsere Gesundheit, da diese Partikel sehr gut
lungengängig sind (s. "Warum
Aerosolforschung").
Online-Messungen:
Lichtabsorptions-Koeffizient
Russpartikelkonzentration
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Eine Messprobe.
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Chemische Analyse
Messgrösse: Chemische
Analyse der Zusammensetzung des Aerosolpartikels, insbesondere Bestimmung
der wichtigsten Ionen (s. Glossar)
wie F- (Fluorid), CH3COO- (Acetat; Ion der
Essigsäure), HCOO- (Formiat; Ion der Ameisensäure), Cl-
(Chlorid), NO3-(Nitrat), SO42-
(Sulfat), C2O42- (Oxalat),
Na+ (Natrium), NH4+ (Ammonium), K+ (Kalium),
Mg2+ (Magnesium), Ca2+ (Kalzium).
Messprinzip: Auf dem Jungfraujoch wird die Aussenluft angesaugt,
und die darin enthaltenen Partikel werden auf Filter von 4.7
Zentimeter Durchmesser abgeschieden. Jedes Filterpaket besteht
aus einer Teflonmembran und einem Nylonfilter, der seinerseits Stoffe
auffängt, die vom Teflonfilter entweichen, oder, wie der Forscher
sagt, "abdampfen". Die so gesammelten Aerosolproben werden
gekühlt ins Labor am PSI zur Analyse geschickt. Dort werden
die auf dem Filter vorhandenen wasserlöslichen Bestandteile
des Aerosols auf ihre chemischen (ionischen) Inhaltstoffe untersucht.
Dafür wird der Filter in reinstes Wasser gelegt, worauf sich
die wasserlöslichen Partikel-Bestandteile lösen. Nun wird
das Wasser mittels Ionenchromatografie analysiert.
Dies geht folgendermassen vor sich: Zu einem definierten Zeitpunkt
wird die Probe in die Chromatografiesäule des Ionenchromatografen
eingespritzt. Die Säule hält nun die Ionen je nach "Sorte"
verschieden lang zurück. So fliessen beispielsweise die Fluorid-Ionen
am schnellsten und die Oxalat-Ionen am langsamsten. Die verschiedenen
Ionen kommen also zu unterschiedlichen Zeitpunkten ins "Ziel".
Über diese "Rennrangliste" lassen sich einzelnen
vorhandenen Ionentypen genau bestimmen.
Die festen Bestandteile in der Probe werden nicht untersucht. Ihre
Analyse erfolgt jeweils im Rahmen von Intensivmesskampagnen, weil
sie wesentlich komplexer und aufwändiger ist.
Bedeutung: Für
die Wirkung des Aerosolpartikels ist nebst seiner Grösse auch
seine chemische Zusammensetzung entscheidend. So ist zum Beispiel
der Lichtbrechungsindex (s. Glossar)
davon abhängig, aus welchen chemischen Substanzen das Aerosolpartikel
besteht. Wie gut das Aerosolpartikel Licht in den Weltraum rückstrahlen
kann, ist für den direkten Aerosoleffekt mitentscheidend (siehe
"Warum Aerosolforschung".
Im Weiteren ist die Fähigkeit des Aerosols Wasser anzulagern
ebenfalls von seiner chemischen Zusammensetzung
nebst der Grösse
beeinflusst.
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Der "CNC" misst, ...

... wieviele Aerosole es in einem Kubikzentimeter
Luft hat.
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CNC (Condensation Nucleus Counter)
Messgrösse:
Anzahlkonzentration; Anzahl der Aerosolpartikel in einem Kubikzentimeter
Luft.
Messprinzip: Man lässt die Partikel wachsen, indem sie
gezwungen werden, "grosse" Mengen Alkohol (Butanol) anzulagern.
Ihr Durchmesser nimmt dadurch bis zu einem Faktor 1000 zu. Ein Tennisball,
der den gleichen Wachstumsschub erleben würde, wäre nachher
mehrere Meter gross. Dadurch, dass die Aerosolpartikel nun grösser
sind, sind sie auch für ein Laserlicht sichtbar. Dieses zählt
die einzelnen Partikel, indem die Aerosolteilchen durch das Laserlicht
fliegen und Streulicht-Blitze verursachen. Diese Blitze werden registriert
und gezählt.
Bedeutung: Die Bestimmung der Anzahl Aerosolpartikel ist
eine Grundmessgrösse. Die Messungen auf dem Jungfraujoch dienen
auch dazu, lokale Luftverunreinigungen festzustellen, und stellen
somit eine Qualitätssicherung für sämtliche weiteren
Messverfahren dar.
Online-Messungen:
Anzahlkonzentration
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FSSP (Forward Scattering Spectometer Probe)
Messgrösse: Grössenverteilung
der Wolkentropfen.
Messprinzip: Ein Laserstrahl durchleuchtet die Wolke. Die
Wolkentröpfchen, die vom Laserlicht angestrahlt werden, erzeugen
je nach ihrer Grösse ein spezifisches Streulicht. Dieses wird
nun seinerseits von einem lichtempfindlichen Sensor gemessen, womit
die Grösse bestimmt werden kann. Dieses
Gerät kann nicht in kontinuierlichem Betrieb, sondern nur in
Intensiv-Messkampagnen eingesetzt werden, weil es eine regelmässige
Betreuung und Wartung braucht.
Bedeutung: Mit den FSSP-Messungen erfahren die Forscher mehr
über die mikrophysikalischen Eigenschaften der Wolke. Diese
sind wichtig für ein vertieftes Verständnis unter anderem
der Vorgänge, wie eine Wolke entsteht, wie sie aufs Klima wirkt
oder welche Veränderungen sich durch die vom Menschen verursachten
Einflüsse ergeben (s.
"Warum Aerosolforschung").
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HTDMA (Hygroscopicity Tandem Differential
Mobility Analyzer)
Messgrösse: hygroskopischer
Wachstumsfaktor; Mass dafür, um welchen Faktor "getrocknete"
Aerosolpartikel durch Wasseranlagerung
wachsen, wenn sie einer bestimmten
höheren Luftfeuchtigkeit ausgesetzt werden.
Messprinzip: Das angesaugte Aerosol (also die Luft und die
darin vorhandenen Partikel) wird zunächst getrocknet. Im ersten
der beiden Mobilitäts-Analysegeräte (DMA) wird mittels
eines elektromagnetischen Verfahrens eine bestimmte Grösse
von Partikeln "aussortiert" respektive selektiert. Diese
Partikel haben nun einen klar bestimmten Durchmesser, zum Beispiel
100 Nanometer. In einem nächsten Schritt werden diese noch
trockenen 100-nm-Teilchen einer ganz bestimmten hohen Luftfeuchtigkeit
(mehrheitlich 85 Prozent) ausgesetzt, um danach deren neue Grösse
mittels eines zweiten DMAs zu messen. Typischerweise
misst nun das ehemals 100 Nanometer grosse Partikel im Mittel 140
Nanometer. Es ist also um 40 Prozent gewachsen.
Der HTDMA kann nicht in kontinuierlichem Betrieb, sondern nur in
Intensiv-Messkampagnen eingesetzt werden, weil er eine regelmässige
Betreuung und Wartung braucht.
Auf
dem Jungfraujoch kam im Winter 2000 weltweit erstmals
ein HTDMA zum Einsatz, der diesen
Wachstumsfaktor bei Umgebungsluft messen
kann also nicht,
wie bisher üblich, mit auf Labortemperatur erwärmter Luft.
Dies hat den Vorteil, dass sich das Aerosolpartikel durch die Erwärmung
von -10 Grad auf +25 Grad nicht "verändern" kann,
beispielsweise indem sich
gewisse Stoffe verflüchtigen. Das einzigartige
Gerät, das am Labor für Atmosphärenchemie entwickelt
wurde, erhielt von der Weltmeteorologischen Organisation WMO den
"Professor Dr. Vilho Vaisala Award 2003".
Bedeutung:
Wieviel Wasser das Aerosolpartikel anlagern kann, ist sowohl für
den direkten als
auch für den indirekten
Aerosoleffekt auf das Klima von Bedeutung. Ist die Luft klar, also
wolkenlos, dann beeinflusst die Fähigkeit Wasser anzulagern,
eher den direkten Aerosoleffekt. Dies, weil Aerosole, die "aufquellen"
können, auch mehr Licht streuen (s.
"Warum Aerosolforschung").
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Das Nephelometer ...
... misst, wie gut das Aerosol Licht streuen
kann.
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Nephelometer
Messgrösse: Lichtstreu-Koeffizent;
Mass dafür, wie gut das Aerosol Licht "streuen" respektive
Licht in den Weltraum zurückstrahlen (Rückstreukoeffizient)
kann.
Messprinzip: Das Aerosol wird in eine Messkammer gesaugt,
wo es mit Licht beleuchtet wird. Die Menge des gesamten gestreuten
Lichts ergibt den Lichtstreu-Koeffizienten, der Anteil des in Richtung
der Lichtquelle zurückgestreuten Lichts ergibt den Lichtrückstreu-Koeffizienten.
Bedeutung: Das Wissen, wie gut ein Aerosolpartikel Licht
streuen kann, ist wichtig für den "direkten Effekt"
des Aerosols, das heisst, seine Fähigkeit, Sonnenlicht in den
Weltraum zurückzustrahlen. Indem das Licht in den Weltraum
zurückgestrahlt wird, wird der Erde Energie entzogen, was tendenziell
abkühlend
auf die Erdoberfläche wirkt (s.
"Warum Aerosolforschung").
Online-Messungen:
Lichtstreu-Koeffizient
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PVM-100 (Particulate Volume Monitor)
Messgrösse: Flüssigwassergehalt;
Mass dafür, aus wieviel Wasser in flüssiger Form eine
Wolke besteht.
Messprinzip: Ein Laserstrahl durchleuchtet die Wolke. Die
Menge des abgelenkten Lichts wird gemessen und in ein Mass für
den Flüssigwassergehalt der Wolke umgerechnet. Ein geringer
Flüssigwassergehalt heisst, dass die Wolke
"dünn" ist, ein hoher dementsprechend,
dass es sich um eine "dicke" Wolke handelt, in der es
mehr und möglicherweise grössere Wassertröpfchen
hat. Dieses
Gerät kann nicht in kontinuierlichem Betrieb, sondern nur in
Intensiv-Messkampagnen eingesetzt werden, weil es eine regelmässige
Betreuung und Wartung braucht.
Bedeutung: Im Rahmen von Feldmesskampagnen, in denen es darum
geht, mehr über die Wirkung von Aerosolpartikeln auf die Wolkenbildung
zu erfahren, liefert das PVM-100-Messgerät wichtige Grundinformationen
namentlich, wann es während der Messperiode überhaupt
Wolken hat und wie dick diese sind.
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Warmer Inlet, ...

... kalter Inlet ...

... und beide zusammen, Seite an Seite.
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Inlet Lufteinlass-System
Während auf dem Jungfraujoch einzelne Messgeräte direkt
im Freien in Betrieb sind, befindet sich die Mehrheit der eingesetzten
Forschungsinstrumente im Innern des Labors, das sich oberhalb der
Besucherplattform "Sphinx" befindet (s. "Wie
misst man Aerosole/GAW"). Für reproduzierbare und
möglichst unverfälschte Messungen ist es wichtig, dass
das Ansaugsystem keine Verunreinigungen verursacht und auch für
kontinuierliche Bedingungen sorgt.
Technisches Prinzip: Konkret kommen zwei Einlass-Systeme,
so genannte Inlets, zum Einsatz. Der eine ist in kontinuierlichem
Betrieb,
während der andere nur in Intensiv-Messkampagnen verwendet
wird.
Der "einfachere"
der beiden ist der geheizte Inlet. Die Heizung hat den Zweck, dass
am Lufteinlasssystem keine Vereisungen entstehen können, die
in der Folge die Messungen blockieren würden. Eine weitere
Eigenschaft des warmen Inlets ist, dass er das Wasser der Wolkentröpfchen
verdunstet und die so genannt aktivierten Aerosolpartikel in der
Folge wieder frei gegeben werden. Aktivierte Partikel sind jene
Aerosolteilchen, die als Keime bei der Wolkenbildung gedient haben
und an dem das Wolkentröpfchen gewachsen ist (siehe "Warum
Aerosolforschung"). Der Vorgang des Verdunstens einer Wolke
ist der Natur "abgeschaut": Rund 90 Prozent aller Wolken
verdunsten ohne auszuregnen!
Beim zweiten
Inlet handelt es sich um einen so genannten Impaktor, der kalt betrieben
wird. Dieser hat die Eigenschaft, dass er die Wolkentröpfchen
abscheidet. Befindet sich im konkreten Fall eine Wolke am Jungfraujoch,
so wird mit diesem Inlet nur das interstitielle, also das zwischen
den aktivierten Wolkentröpfchen liegende Aerosol angesaugt
(s. Bild unten). Der Betrieb des Impaktors ist aufwändig, deshalb
kommt er nur während Feldmesskampagnen zum Einsatz.
 
Warum zwei Lufteinlass-Systeme,
könnte man sich fragen. Der Grund liegt darin, dass wenn zwei
Geräte dieselbe Eigenschaft des Aerosols messen, man aus den
unterschiedlichen Eigenschaften der Inlets Rückschlüsse
über die Aktivierung der Aerosole zu Wolkentröpfchen (aktiviertes
Aerosol) bekommen kann. Es handelt sich dabei im Grunde um eine
"einfache" Rechnung:
Resultate "Warmer Inlet" Resultate "Kalter
Inlet" = Eigenschaften derjenigen Partikel, die ein Wolkentröpfchen
bilden konnten.
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